Gesündere Zähne dank der Aktion Znünibox

Karies - das muss nicht sein. Deshalb engagiert sich die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO mit dem Projekt „Znünibox“ gemeinsam mit verschiedenen Partnern für das gesunde Znüni in der Schule. Denn gesunde Zwischenmahlzeiten mit frischen Früchten, rohem Gemüse und Hahnenwasser sind nicht nur fürs Körpergewicht, sondern auch für die Zähne gut. Bern gesund sprach mit Markus Gubler, dem Projektverantwortlichen der Aktion Znünibox über den Gesundheitszustand der Zähne von Berner Modis und Giele und die wichtigsten Regeln fürs Znüni.

 

Das perfekte Znüni: Mit Nüssen und Früchten tun sich die Kinder was Gutes.

Herr Gubler, was ist die Aktion Znünibox?
Die Aktion Znünibox läuft in den Kantonen Zürich, Solothurn und Bern. Mit der Unterstützung der Berner Kantonalbank BEKB und der Gesundheits- und Fürsorgedirektion erhalten Schulzahnpflege-Instruktorinnen an einem speziell auf das Projekt zugeschnittenen Kurs Unterrichtsmaterial und die Znüniboxen. Damit ausgestattet gestalten sie gemeinsam mit Lehrpersonen eine Lektion zum Thema „Gesunde Ernährung für Zähne und Körper“ in Kindergärten und in 1. Klassen. Um gesunde Zwischenmahlzeiten in Kindergärten und Schulen fördern, erhalten die Kinder eine Znünibox mit einem Apfel, einem Flyer sowie einem Becher. Die Kinder und ihre Eltern lernen damit den Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung, Zahngesundheit und Körpergewicht besser zu verstehen. Zielpersonen der Aktion sind daher nicht nur die Kinder selbst, sondern auch ihre Eltern, Lehrpersonen, Behörden, Politiker und Medien.

Was ist die wichtigste Regel fürs Znüni, damit es möglichst ausgewogen, gesund und zahnschonend ist? Oder anders gefragt: Was ist das perfekte Znüni?
Eltern sollten bei Znüni und Zvieri auf Produkte mit einer niedrigen Energiedichte achten. Dazu zählen Früchte, Gemüse, Vollkornbrot, Hahnenwasser oder ungesüsster Tee. Znüni und Zvieri sind nur kleine Mahlzeiten, die Kinder sollten bis zur nächsten Hauptmahlzeit wieder Hunger haben. Auf unserem Flyer finden die Eltern Tipps, welche Produkte sie kombinieren können. Und mit der Znünibox erhalten sie den passenden Behälter für die Zwischenmahlzeiten gleich dazu.

Besteht Aufklärungsbedarf bei den Berner Kindern/Eltern punkto Znüni?
Die Mundgesundheit der Schweizer Schulkinder hat sich im Vergleich zu den 1960er Jahren markant verbessert. Allerdings verzeichnen Schulzahnpflegeverantwortliche ein sinkendes Bewusstsein für die Massnahmen, die in den letzten 30 Jahren zur Verbesserung der Mundgesundheit beigetragen hatten – besonders bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten werden wieder vermehrt konsumiert. Auch fertig zubereitete Snacks und Fastfood gewinnen an Bedeutung. Damit verbunden sind die Risiken einer einseitigen, meist zu fett- und zuckerreichen Ernährung. Es ist deshalb wichtig, die Schulkinder und ihre Eltern auf gesunde und zahnschonende Zwischenmahlzeiten aufmerksam zu machen.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit Schulen/Lehrpersonen?
Dass die Aktion dieses Jahr im Kanton Bern bereits zum sechsten Mal durchgeführt werden kann, ist ein grosser Verdienst der beteiligten Schulzahnpflege-Instruktorinnen, Lehrpersonen und der Schulen. Ohne ihr Engagement wäre die Aktion Znünibox nicht vorstellbar. Ihnen gebührt grosser Dank.

Der verantwortliche Projektleiter der Aktion Znünibox Markus Gubler weiss, wieso ein gesundes Znüni nicht nur die Zähne fit hält.

Was können Schulen oder Kitas allgemein als Institutionen zur optimalen Zahnpflege bei den Kindern beitragen?
Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO ist überzeugt, dass Schulen und Kitas viel zur Zahngesundheit beitragen können. Schon ab sechs Monaten können Kita-Betreuende die Zähnchen der Kleinen mit speziellen Zahnbürsten reinigen. Die Schulzahnpflege in der Schweiz ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Dank der Arbeit der Schulzahnärzte und Schulzahnpflegeinstruktorinnen SZPI ging die Karies bei Schulkindern in den letzten vier Jahrzehnten um 90 Prozent zurück. Die SZPI führen mit den Schulkindern nicht nur Zahnbürstenübungen mit Fluoridgel durch. Sie klären die Kinder auch über eine zahngesunde Ernährung auf, die sich auf den ganzen Organismus positiv auswirkt. Die Kinder tragen das Wissen über die richtige Zahnputztechnik, Mundgesundheit und Ernährung nach Hause. Damit ergänzt die Schulzahnpflege die Gesundheitserziehung Zuhause – insbesondere in sozial schwächeren Schichten – und sorgt damit für Chancengleichheit. Die Kinder lernen, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Davon profitieren sie ein Leben lang.

Viele kleine Kinder putzen ihre Zähne nicht gerne. Haben Sie einen Tipp für die Eltern, damit diese nicht drei Mal täglich verzweifeln?
Beginnen Sie früh mit dem Reinigen der Kinderzähne. Ab dem Durchbrechen der ersten Milchzähne einmal täglich, ab zwei Jahren zweimal und ab fünf Jahren dreimal täglich. Unsere Erfahrung zeigt: Je früher Kinder beim Zähneputzen Routine entwickeln, desto weniger Probleme haben die Eltern beim Durchsetzen von Zahnputzregeln.

Gerade bei älteren Kindern und vor allem Jugendlichen sind weisse Zähne ein Thema. Was empfehlen Sie, wenn Teenis ihre Zähne künstlich bleichen wollen?
Das Aufhellen der Zähne ist eine ästhetische Massnahme – mit Zahngesundheit hat Bleaching nichts zu tun: Grau oder gelb verfärbte Zähne sind meist durchaus gesund. Wollen Jugendliche ihre Zähne verschönern, sollten sie unbedingt ihren Zahnarzt um Rat fragen, denn nicht alle angebotenen Bleichmittel sind für die Zähne unbedenklich. Vor dem eigentlichen Bleaching empfehlen sich folgende Schritte: 1. Zahnmedizinische Untersuchung mit Bestimmung der Ausgangszahnfarbe, 2. Aufklärung über Kostenvarianten und Risiken der Behandlung und 3. Professionelle Zahnreinigung mit Entfernung des Zahnsteins.


Alles über die Aktion Znünibox auf berngesund und auf der Webseite des SSO, der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft.