Warum nicht: wandern im Winter?

Für viele Wintersportarten braucht es viel und auch teure Ausrüstung. Nicht so beim Joggen. Und auch nicht beim Wandern. Wir wagten uns an die frische Winterluft und sind in Grindelwald vom Männlichen auf die Kleine Scheidegg gewandert.

Wo?
Wer von Bern aus startet, ist mit dem Zug in 1,5 Stunden im Oberland – das reicht perfekt für die Sonntagslektüre und einen feinen Kaffi. In Grindelwald angekommen geht’s mit dem Bus oder zu Fuss zur Talstation der Männlichenbahn und schliesslich mit dem Gondeli hoch auf den Männlichen.

Der Start auf dem Männlichen bietet ein einzigartiges Panorama, hier im Bild der Blick aufs Schilthorn.

Wohin?
Auf dem Männlichen angekommen gilt als Erstes: Ab zur Aussichtsplattform und die wunderschöne Aussicht aufs Schilthorn und auf den Thunersee geniessen. Danach blicken wir in Richtung Eiger, Mönch und Jungfrau – auf sie marschieren wir auf dem Höhenweg vom Männlichen auf die Kleine Scheidegg geradewegs zu.

Der Höhenweg ist gut beschildert und markiert.

Das Material
Das passende Schuhwerk für die Winterwanderung ist der klassische Wanderschuh oder sonstige knöchelhohe Leder-/Winterschuhe mit einem guten Profil. Je nach Temperatur reichen Jeans, ansonsten bieten sich die normalen Skihosen an. Jetzt braucht es noch eine warme, windabweisende Jacke, eine Mütze, Handschuhe und eine Sonnenbrille. Wer mag, hat im Sportgeschäft auf dem Männlichen die Möglichkeit, Wanderstöcke auszuleihen.

Mit den Wanderstöcken geht es sowohl leichter auf- als auch abwärts.

Der Marsch
Die Wanderung von der Bergstation Männlichen bis zur Kleinen Scheidegg dauert ca. zwei Stunden. Die Aussicht ist zu jeder Zeit atemberaubend, der Winterblues hat keine Chance: Vor uns zeigt sich die Eigernordwand in ihrer ganzen Imposanz und bald zeigt sich auch der Eigergletscher und das Silberhorn glittzert in der Sonne.
Der einfache Wanderweg führt uns schliesslich durch einen Wald voller Bergarven zum Arvengarten. Wer sich nun schon immer fragte, warum der Skilift „Arvengarten“ heisst, die Lösung ist einfach: weil hier tatsächlich ein Wald voller Arven steht. Vom Arvengarten aus folgt der ca. halbstündige Aufstieg auf die Kleine Scheidegg. Wer sich diese schweisstreibende letzte Etappe sparen möchte, kann mit dem Sessellift die letzten Meter zum Ziel fahren.

Die letzten Meter sind die steilsten: Hier gehts hoch auf die Keine Scheidegg.

Die Verpflegung?
Wir wissen: Zwischenmahlzeiten sind eine gute Sache auf einer Wanderung. Unterwegs gibt es zahlreiche Bänkli, welche zum verweilen einladen. Und es muss gesagt sein: der atemberaubende Ausblick auf die Eigernordwand erfordert den einen oder anderen Fotostopp, welcher sich auch gut mit einem Znüni oder Zvieri kombinieren lässt. (kr)

Beim Aufstieg vom Arvengarten auf die Kleine Scheidegg ist das Ziel in Sicht, im Hintergrund zeigt sich das Silberhorn.


 

Mehr Infos über die Wanderroute gibt es auf der Seite der Jungfraufregion.