Fünf Fragen an: Fabienne Rohrer, Aqua-Fit Trainerin

 

Fabienne Rohrer, 27, ist Turn- und Sportlehrerin und bei Ryffel Running für den Bereich Aqua-Fit verantwortlich. Neben der Durchführung von Kursen und der Organisation von Events wie dem Waterpowerday beinhaltet dies auch die Aus- und Weiterbildung von Aqua-Fit Leitern.

Für wen ist Aqua-Fit geeignet?

Grundsätzlich für jedermann. Es ist eigentlich ein Lauftraining im Wasser. Deshalb spricht Aqua-Fit Läuferinnen und Läufer an, die ihr Pensum erhöhen möchten. Dann ist Aqua-Fit aber auch Gesundheitssport. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften des Wassers kann man trainieren, ohne dass Schläge auf die Gelenke einwirken, wie dies etwa beim Jogging auf der Strasse der Fall ist. Die Zielgruppe ist deshalb sehr breit.

Wo liegt der Ursprung von Aqua-Fit?

1970 kehrte der US-Leichtathletiktrainer Glenn McWaters verletzt aus dem Vietnamkrieg zurück. Er war ein ambitionierter Läufer, konnte aufgrund seiner Fussverletzung aber nicht wie gewohnt trainieren. Er begann im Schwimmbecken mit einer Neopren-Veste zu experimentieren, die ihn im Wasser aufrecht hielt, so dass er die ganze Laufbewegung ausführen konnte. Vor 30 Jahren brachte Markus Ryffel Aqua-Fit dann in die Schweiz.

Ist Aqua-Fit auch für Athleten interessant?

Auf jeden Fall - es kann eine gute Ergänzung sein zum herkömmlichen Training. Wir haben immer wieder Anfragen von Clubs, zuletzt haben wir zum Beispiel einen Workshop mit dem OL-Nachwuchskader durchgeführt. Immer mehr Läufer trainieren zwischendurch im Wasser. Auch wenn Athleten von Verletzungen zurückkommen, ist das Training im Wasser ideal, weil sie sehr früh wieder mit dem Bewegen beginnen können. Andererseits ist je nach Verletzung Vorsicht geboten, nach Knieverletzungen beispielsweise würde der Wasserdruck das Knie instabil machen.

Was braucht es, um loszulegen?

Eigentlich nur Vesten - und eine Bahn im Schwimmbad. Die Vesten sind ab XXS erhätlich, Aquafit ist also für die ganze Famile möglich, oder als Abwechslung im Sportunterricht in der Schule. Bei Kindern ist einzig wichtig, dass sie auch an Land genügend Bewegung haben, da die Knochen die Belastung brauchen. Gerade wenn sowohl die Koordination wie auch die Kraft gefördert werden sollen, ist das Training im Wasser sinnvoll. Hauptsache ist die Freude am Element Wasser.

Und zum Schluss: Das überraschendste an Aquafit?

Wie anstrengend es sein kann. Vom Beckenrand sehen die Bewegungen langsam aus, durch den Wasserwiderstand ist das Training aber nicht weniger anstrengend als ein normales Lauftraining. Ein Cardiotraining kann sehr intensiv sein. Wie bei einem Training an Land machen wir deshalb - wie es sich gehört - immer ein Warm-up und ein Cool-down.


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